Schule geht auch anders

Entspannung und Schule – passt das zusammen?

JA – denn entspannte Kinder lernen leichter

aufgeweckter Junge

Enormer Leistungsdruck und immer hektischere Schulalltage lasten auf den Schultern unserer Kinder. Es scheint völlig normal zu sein, dass schon Kinder unter Stress stehen. Die Klassen werden wieder größer und viele Kinder haben in derart großen Gruppen häufig Probleme, sich erfolgreich zu behaupten und dem Unterricht aufmerksam zu folgen. 

Reizüberflutung, familiäre Probleme, vielfältige Freizeitaktivitäten, Fernsehen und Computerspiele überfordern und belasten die Kinder zunehmend. Mangelnde Konzentration, Stress und Ängste sind die häufigsten Auslöser von Lernproblemen in der Grundschule. Eltern spüren das häufig beim Kampf um die Hausaufgaben: Das Kind macht Flüchtigkeitsfehler oder ist müde und abgelenkt. 

Immer mehr Schülerinnen und Schüler klagen über Konzentrationsschwierigkeiten und mangelnde Motivation. Sie leiden an Nervosität und Prüfungsängsten und haben nicht die nötigen Strategien, um mit Ängsten und Misserfolgen umzugehen. 

Viele Kinder sind durch die Reizüberflutung unserer schnelllebigen Zeit schlichtweg überfordert. Sie können die vielfältigen ihnen dargebotenen Reize schwer ausblenden. Entspannung ist im Unterricht deswegen so wichtig, um Anspannung und Aktivierung wieder abzubauen und durch gezieltes Achtsamkeitstraining seinen Kopf frei zu bekommen und wieder Energie auftanken zu können. 

Leider wird der Körper im Unterricht oft hintenangestellt und „muss funktionieren“. Diese Arbeitsweise ist jedoch aufgrund vieler Aspekte höchst problematisch, da Körper und Geist in einem Wechselspiel stehen und gerade der Körper die Bühne unserer Gedanken und Emotionen ist.

Für das eigene Wohlbefinden, für Kreativität, Selbstbehauptung, Selbstverwirklichung und die Persönlichkeitsentwicklung ist es grundlegend, seinem Körper und Geist Achtsamkeit zu schenken, seine Bedürfnisse erkennen und diese regulieren lernen. 

Regelmäßig durchgeführte Entspannungsübungen führen zu allgemeinen körperlichen und geistigen Wohlbefinden, entspannter Grundhaltung, Steigerung der Konzentration und des Leistungsvermögens, Abbau von Verspannungen, Minderung von Prüfungsängsten, Verdauungsstörungen, Einschlaf- oder Durchschlafstörungen. Entspannte Schülerinnen und Schüler können mit Stress, Ängsten und Anspannung besser umgehen, flexibler und gelassener agieren und leichter Lösungen für Probleme finden. So kann eine gute Grundlage für Lernen und Kreativität geschaffen werden. 

Eine entspannte, harmonische Atmosphäre und innere Ausgeglichenheit sind Voraussetzung dafür, dass Kinder aufmerksam und konzentriert arbeiten können.

Wir sind davon überzeugt, dass entspannte Kinder nicht nur besser lernen, sondern auch mehr Spaß haben. Was meinen SIE? Gibt es an der Schule Ihrer Kinder Lehrer, die mit Ihren Kindern Entspannungstechniken üben? Haben Sie selbst Entspannungstechniken, die Sie uns mitteilen möchten? Schreiben SIE UNS – elisabeth.steinort@buergerlandtag.at

 

Aktivierende Entspannungsübungen, welche in der Schule leicht umsetzbar sind:


1. Progressive Muskelentspannung

Diese Entspannungsübung für Kinder wurde um 1920 von Edmund Jacobsen erfunden. Er stellte fest, dass Unruhe, Stress und Angst zum Verkrampfen der Muskulatur führen. Bei einer entspannten Muskulatur hingegen fühlt man sich locker und wohl. Die Entspannungsübungen stellen daher eine Folge von Anspannung und Entspannung verschiedener Muskeln dar, um die Herzschlagrate und den Blutdruck zu senken sowie Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen zu lassen. Progressive Muskelentspannung als Entspannungsübungen für Kinder können ab fünf Jahren unter der Anleitung Erwachsener spielerisch durchgeführt werden. Die Entspannungsübungen dürfen nicht erzwungen und nicht zu lang sein. Fünf bis zehn Minuten reichen in diesem Alter völlig aus. Je öfter ein Kind die Entspannungsübungen für Kinder übt, desto besser kann es sie später auch alleine anwenden.


Entspannungsübung zur progressiven Muskelentspannung:

Die Kinder sollen sich bei dieser Entspannungsübung bequem auf einen Stuhl setzen und die Augen schließen. Die Hände liegen locker auf den Oberschenkeln. Nun zuerst die linke Hand zur Faust ballen und diese Spannung 10 Sekunden anhalten. Dann wird die Hand geöffnet und bleibt 30 Sekunden lang ruhig liegen. Nun wird die Entspannungsübung mit der rechten Hand gemacht.


2. Autogenes Training

Diese Methode der Entspannungs-Tipps wurde ebenfalls um 1920 von dem Arzt Heinrich Schultz für Erwachsene entwickelt. Das Gefühl der Entspannung wird bei diesen Entspannungsübungen durch den eigenen Willen herbeigeführt. Um das autogene Training richtig zu erlernen, ist eine kompetente Anleitung durch Entspannungs-Tipps notwendig. Damit die Grundelemente des Trainings richtig durchgeführt werden, sollte das Kind bereits 8 bis 10 Jahre alt sein.


Wärmeübung zum autogenen Training (10 bis 20 Minuten):

Das autogene Training wird im Sitzen oder Liegen als Entspannungsübung für Kinder angewendet. Führen Sie die Kinder gedanklich auf eine warme, sonnige Wiese. „Die Sonne scheint auf deinen Körper. Deine Haut wird angenehm warm, du spürst die Sonne auf deinen Beinen, deinen Armen und deinem Gesicht. Es ist sehr angenehm, in der wärmenden Sonne zu liegen. Du fühlst dich ruhig und entspannt.“


3. Fantasiereise oder Entspannungsgeschichten

Kinder lieben Fantasiereisen, die ihre Gedanken in eine andere Welt entführen. Die ausgewählten Geschichten sollten ruhig und entspannt vorgelesen werden. Diese Methode ist schon für Kindergartenkinder gut geeignet, um sie zu beruhigen und zu entspannen.

Geschlossene Augen sind hilfreich, Sie sollten aber gerade bei jüngeren Kindern nicht darauf bestehen.


Die Kinder sollten sich bequem hinlegen, die Augen schließen und zuhören. Sie führen es in eine schöne Fantasiewelt, die eigene Kreativität zulässt. „Stell dir vor, du besitzt einen fliegenden Teppich, der dich überall hinbringen kann. Steige auf deinen Teppich und fliege los. Schaue nun nach unten: Was siehst du? (Hier hat jedes Kind natürlich andere Vorstellungen. Es wird keine Antwort erwartet, die Kinder sollen ihren Gedanken freien Lauf lassen.) Wenn dir ein Platz besonders gut gefällt, dann lande mit deinem Teppich. Steig ab und laufe ein Stück. Du kommst zu einem Haus. Wie sieht dein Haus aus, hat es runde Fenster, ist es lila und wachsen Palmen auf dem Dach?“ 

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