Schule geht auch anders

Londoner Schulsystem als mögliches Vorbild für uns?

London Challenge

London challenge calling?

Londoner Schulsystem als mögliches Vorbild für uns?

Pflichtschulen in Wien schneiden immer schlechter ab – diese Erkenntnis ist nichts Neues. Auch die neuen Mittelschulen kämpfen mit vielen Problemen. Leider liegt immer noch kein Gesamtkonzept für eine große Bildungsreform vor. Die Ressourcenzuteilung an Schulen erfolgt trotz unterschiedlichster Bedürfnisse nach wie vor nach dem Gießkannenprinzip, was ebenso problematisch ist, wie die Tatsache, dass die Mittelzuteilung nicht entsprechend angepasst wurde.

Eines steht fest - so kann es nicht weitergehen! Auf der Suche nach Lösungen, sollten wir vielleicht beginnen einen Blick dorthin zu werfen, wo die Umstellung zu einem Vorzeigemodell erfolgreich gelungen ist – nämlich in London.

Mitte der 90er Jahre war das Londoner Schulwesen an seinem Tiefpunkt angelegt – ausgebrannte Lehrer standen unmotivierten Schülern gegenüber, eine Mehrheit der Abgänger in Brennpunktschulen schafften die Mindestqualifikationen nicht. Londons öffentliche Schulen waren die schlechtesten in ganz Großbritannien. Dann setzte sich ein umfassendes Reformprogramm durch: die London Challenge.

Das Programm setzte an ganz verschiedenen Hebeln gleichzeitig an. Hier stand nicht das Scheitern, sondern das zu erreichende Ziel im Zentrum. Es galt alles dazu zu tun, um möglichst viele Kinder und Jugendliche ungeachtet ihrer Herkunft zu erfolgreichen Abschlüssen zu bringen. Einige zentrale Momente dabei waren die Stärkung und Qualifikation der Schulleitung, evidenzbasierte Schulpolitik auch an den Schulstandorten und das Einbeziehen der Familie. Ebenso wie die Beförderung eines positiven Lernklimas, hervorragender Unterricht, hohe Anforderungen an Leistung und begleitende Qualitätssicherung. Es stand im Vordergrund die Bildungsstandards in den leistungsschwächsten Schulen zu heben und die Bildungsunterschiede zwischen Schülern zu verkleinern und somit außergewöhnlich gute Schulen zu bilden.

Fokussiert wurde dabei anfangs vor allem auf sogenannte Brennpunkt-Schulen und Schulen in Schwierigkeiten, die mehr Freiheit erhielten, um dringend notwendige Interventionen rasch zu ermöglichen.

Und es wurde Geld in die Hand genommen: Lehrer an Brennpunktschulen wurden und werden noch immer höher bezahlt, und die Schulen erhalten mehr Ressourcen nach einer Art Sozialindex. Die Schulen konnten darüber hinaus autonom um finanzielle Mittel für zusätzliche Unterstützung ansuchen, etwa um Sozialarbeiter/innen anzustellen. Auch in die Aus- und Weiterbildung der Lehrer/innen und Schulleiter/innen wurde deutlich mehr Geld investiert.

Ein Blick auf die Londoner Erfolgsgeschichte verdeutlicht, dass es notwendig ist Leistung zu fordern und zu fördern und Geld für Bildung in die Hand zu nehmen.

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