Schule geht auch anders

Meditieren statt Nachsitzen und Bestrafung

Wäre ein Meditations-Ansatz auch etwas für österreichische Schulen?

Meditation

Unterricht gestört, Schüler gepiesackt, Sachen kaputt gemacht, Hausaufgabe nicht gemacht – es gibt viele Gründe, warum Lehrer ihre Schüler maßregeln. Bislang sehen die Konsequenzen meistens so aus: Gespräch mit den Eltern, Extra-Hausaufgaben, Ratlosigkeit oder auch Nachsitzen.

Und meistens ändern diese Strafen wenig an dem Verhalten des Kindes. Am nächsten Tag wird es wieder den Unterricht stören. Sind diese Strafen also wirklich sinnvoll bzw. helfen sie dem Kind? Diese Frage stellte sich die Grundschule Robert W. Coleman in Baltimore, USA. Dort kam man zu dem Schluss, dass man etwas Neues ausprobieren wolle: Meditation.

Zusammen mit der Holistic Life Foundation, einer Non-Profit-Organisation für sozial Schwächere in Baltimore, etablierte die Schule, dass auffällige Schüler künftig zum Meditieren geschickt werden. Kein kaltes Klassenzimmer, keine strengen Lehrerblicke, stattdessen ein warmer, gemütlicher Raum mit Kissen, Kerzen – und vor allem Stille. "Mindful Moment Room" heißt der Raum. Dort sollen sie sich hinsetzen und in Ruhe ihrem Atem lauschen oder meditieren. Dann wird mit ihnen darüber gesprochen, warum sie den Unterricht gestört haben und fragen, was dahintersteckt.

Die Kinder können aber auch Entspannungsübungen und Yoga machen. Kirk Philips, der Programmkoordinator an der Schule Robert W. Coleman ist selbst überrascht von dem Ergebnis – denn eigentlich kann man sich nicht vorstellen, dass kleine Kinder ruhig meditieren. Aber das tun sie.

Die Atem- und Achtsamkeitsübungen und die Meditation sollen den Kindern helfen, zur Ruhe kommen, Stress abzubauen und ihre Wut zu kontrollieren. Die Auswirkungen von Meditation auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Anwender wurde schon eingehend erforscht. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass regelmäßige Meditation während des Schulalltags den Schülern auf unterschiedliche Weise guttut: 17 Studien, die in der Nähe von San Francisco an verschiedenen Schulen mit Meditationprogrammen durchgeführt wurden, zeigen, dass die Schüler dadurch nicht nur weniger gestresst waren und höhere emotionale Intelligenz zeigten, sondern sich auch mehr am Unterricht beteiligten und besser Noten schrieben.

Meditation ist natürlich kein Allheilmittel gegen Schulprobleme - Entspannungsmethoden können keine individuellen Schwierigkeiten im Unterricht eliminieren. Aber da Meditation nachweislich das Wohlbefinden der Schüler bessert und sehr einfach und kostengünstig umzusetzen ist, wäre es durchaus eine Überlegung wert, solche Projekte auch an unseren Schulen anzubieten.

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