Gesundheit & Vorsorge Anträge

Betreuung von chronisch kranken Schulkindern

Von Gimborn fordert Unterstützung für 200.000 chronisch kranke Schulkinder

LAbgt. Gabriele Von Gimborn

38. Sitzung vom 15. Juni 2016

Resolutionsantrag der Abgeordneten Dr. Gabriele Von Gimborn zur Gruppe 2 des Voranschlags des Landes Niederösterreich für 2017, Ltg.-987/V-4 betreffend Betreuung von chronisch kranken Schulkindern

Chronische kranke Kinder in Schulen bedürfen Zuwendung, Aufmerksamkeit und Betreuung. Für diese Schulkinder fühlen sich aber offenbar weder der Bund, die Länder, noch die Gemeinden zuständig und Keiner hat angeblich dafür Geld.

 

Von den ca. 1,2 Millionen Schulkindern in Österreich leiden ca. 200.000 an chronischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen.

Diese Zahl steigt kontinuierlich. Womit man hier wieder den Bogen zur sehr dürftigen Gesundheitskompetenz der Bürger spannen muss und sich auch ruhig fragen darf, inwieweit unsere Umwelteinflüsse wie Lärm- und Lichtbelastung, Luftverschmutzung, Wasserqualität, unsere Qualität der Nahrung und die Nahrungsaufnahme selbst, unsere Pestizidbelastung usw. an dieser dramatischen Entwicklung schuld sind.

Nichts desto trotz haben wir dieses Problem, aber Keinen scheint es zu kümmern. Das ist eine große Herausforderung für die Kinder selbst, aber auch für das Lehrpersonal und die Familien. Wir haben derzeit gut in jeder Klasse ein chronisch krankes Kind mit etwas Asthma, Diabetes oder Epilepsie, um nur die häufigsten zu erwähnen. Es ist hier besonders wichtig, Voraussetzungen zu schaffen, dass diese Kinder trotz ihrer gesundheitlichen Belastung dieselben Bildungschancen wie gesunde Kinder bekommen. Und die Betreuung dieser Kinder darf nicht zu Lasten der Gesunden falle. Ein Spagat, der vom Lehrpersonal kaum abzufangen ist.

Das Zentrum für Public Health in Wien hat ein Studie hierzu gemacht und die Interviews mit den Eltern von betroffenen Kindern war mehr als alarmierend. Denn es ist oft tatsächlich so, dass durch Nichtwissen oder Ahnungslosigkeit der Lehrer die Kinder gefährdet werden. Aber umgekehrt kann es auch nicht Aufgabe der Lehre sein, sich mit allen möglichen Problemen von chronisch kranken Kindern auseinanderzusetzen.

Besonders arg ist die Situation im Volksschulbereich, wenn Kinder Medikamente nehmen müssen oder Diabeteskinder ständig unter Kontrolle sein müssen. Hier wollen Lehrer oft keine Verantwortung übernehmen, was zu verstehe ist, zumal noch nicht einmal eine rechtliche Absicherung besteht. Hier werden Kinder, Eltern, Lehrer im luftleeren Raum allein gelassen.

Auch das Wissen der Lehrer bei Erste Hilfemaßnahmen ist mehr als dürftig. Auch hier ist Handlungsbedarf im Sinne von regelmäßig verpflichtenden Auffrischungskursen für Lehrpersonal.

Die Gefertigte stellt daher folgenden Antrag:

Der Hohe Landtag wolle beschließen:

„Die Landesregierung wird aufgefordert, bei der Bundesregierung vorstellig zu werden, um chronisch kranken Kindern eine adäquate Betreuung – sowohl in rechtlicher, als auch in fachlicher Hinsicht – zukommen zu lassen und ihnen dadurch eine uneingeschränkte Teilnahme in allen Schultypen zu ermöglichen.“

ANTRAG wurde von ÖVP, SPÖ und GRÜNE unterstützt
ANTRAG wurde von FPÖ abgelehnt

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